Eine Pastoral des Rufens
Der 18. März 2012 wird ein entscheidender Tag für die Zukunft der Pfarren: die Pfarrgemeinderäte werden an diesem Tag neu gewählt. Und wie immer vor der Pfarrgemeinderatswahl geht die bange Frage um: Werden wir wieder genügend KandidatInnen finden?
Dass die KandidatInnen-Findung nicht ganz leicht ist, liegt in der Natur der Sache. Denn es geht um Verantwortung und eine Bindung auf fünf Jahre. Und dennoch erweist sich diese Mobilisierungs-Anstrengung als ein Jungbrunnen unserer Pfarrgemeinden. – So ist es nicht nur immer wieder gelungen österreichweit 30.000 Personen dafür zu gewinnen (das ist immerhin ein volles Prozent der 3 Millionen Ehrenamtlichen über 15 Jahre in ganz Österreich insgesamt). Wir hatten bei den vergangenen Wahlgängen im Schnitt immer über 50% neue Pfarrgemeinderatsmitglieder – eine beachtliche Erneuerungsrate!
Laut PGR-Studie empfinden 83% den PGR auch als Gemeinschaft im Glauben und 79% sagen, sie wachsen durch die Arbeit im Pfarrgemeinderat immer tiefer in den Glauben hinein. Was für eine Chance!
Es wird daher wichtig sein, die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten als eine „Pastoral des Rufens“ zu verstehen. Es geht nicht einfach um eine Umverteilung des pfarrlichen Arbeitsaufwandes, sondern um eine aufmerksames, offenes Hinschauen, welche Personen mit welchen Charismen uns vom Heiligen Geist geschenkt werden und diese zum Dienst am Reich Gottes in unseren Pfarren zu bitten, zu rufen. In Gottes Namen.
Und noch etwas ist dabei wichtig: Nicht den Anspruch zu erheben, dass wir selbst die Antwort auf dieses Rufen schon kennen würden. Dass wir (Wahlvorstände, Hauptamtliche, Pfarrgemeinderäte) schon wüssten, wer „die Richtigen“ sind. Die Wahl lässt immer noch eine Lücke für den Heiligen Geist, der uns dort und da sauber überrascht.
Als Jesus seine Jünger berief, hat er nicht zuerst in der Synagoge gesucht, sondern bei den Fischern und bei den Zöllnern. Von daher lade ich herzlich dazu ein, nicht nur an die „möglichen“ KandidatInnen zu denken, sondern auch an die „unmöglichen“.
Gut, dass es die Pfarre gibt! Wenn Menschen so denken, sind sie auch bereit sich einzusetzen. Wir können uns bemühen. Gott schenke das Gelingen. Wo Gott ist, ist Zukunft.
quelle: Kirchennet